Stürze stellen im Alter ein enormes Gesundheitsrisiko dar. Studienergebnisse legen nahe, dass ein Drittel der über 65-Jährigen pro Jahr eine Sturz erleidet, die Hälfte davon sogar mehrfach. Ab einem Alter von 90 Jahren steigt die Gefahr eines Sturzes sogar auf 60%. Ein ausreichendes Sehvermögen kann in diesem Zusammenhang dabei helfen, viele Stürze zu vermeiden. Zum einen ermöglicht es, Gefahren und Hindernisse rechtzeitig zu erkennen. Zum anderen hängt die Kontrolle des Gleichgewichts in nicht unerheblichen Maße von der Sehleistung ab. Beeinträchtigungen im zentralen und peripheren Sehen sind demzufolge signifikante Risikofaktoren für Stürze.

Grundsätzlich sind Stürze multifaktoriell bedingt. Neben der Sehleistung spielen das zunehmende Alter, Gehbehinderungen, Arthritis, Beeinträchtigungen der Muskulatur, Schlaganfälle, Parkinson sowie weitere Faktoren eine Rolle. Hinsichtlich des Sehvermögens liegt der Anteil der älteren Bevölkerung mit Sehbeeinträchtigungen aufgrund von unkorrigierten Sehfehlern verschiedenen Studien zufolge zwischen 7 und 34%. Zwei Befragungen von Gestürzten kommen zu dem Ergebnis, dass 29 bzw. 60% der Befragten unkorrigierte Sehfehler aufwiesen und sich 21 bzw. 60% von ihnen in den letzten drei Jahren keiner Augenuntersuchung unterzogen hatten. Die Ergebnisse unterstreichen damit die Wichtigkeit regelmäßiger Augenuntersuchungen, insbesondere im Alter.

[Quelle: David B. Elliott, „Falls and vision impairment: guidance for the optometrist“, Optometry in Practice 2012, Vol. 13, Issue 2, 65-76]

2013-03-27T18:55:32+02:00 Freitag, Januar 4, 2013|